noch mal leben

February 24, 2010

Bolzano issue of the photo exhibition by walter schels and beate lakotta.

corporate design, posters, indoor & outdoor communication, brochure.

comment for the brochure, written for the dean. (in german)

Die Arbeit von Walter Schels und Beate Lakotta rückt ein Thema ins öffentliche Bewusstsein, das es dort schwer hat: Sterben wird in einer auf ökonomische Leistungsfähigkeit ausgerichteten Gesellschaft zum schwer verkäuflichen Tabu. Die menschliche Dimension des Lebensendes wird heute selten so differenziert beleuchtet wie in der Reportage von Walter Schels und Beate Lakotta. Ihre beispielhafte und ausgezeichnete Art, dieses schwierige Thema visuell zu kommunizieren ist Grund genug, die Ausstellung den Studierenden, Kollegen und Freunden in der Fakultät für Design und Künste zugänglich zu machen. 

Neben den individuellen Erzählungen der dargestellten Personen ist auch von der palliativen Betreuung die Rede: Alle Aufnahmen entstanden nämlich in Hospizen, in denen die Menschen ihre letzen Tage in Würde verbrachten. Vor Aufkommen der palliativen Betreuung wurde der Tod verbreitet als Niederlage der Medizin bewertet, wenn die jeweils aktuellste medizinische Forschung den Kranken keine weitere Lebenszeit mehr gewähren konnte. Die palliative Betreuung verschiebt in solchen Fällen die Priorität von der Verlängerung des Lebens um jeden Preis hin zur würdigen Gestaltung der verbleibenden Lebenszeit. Hier wird deutlich, was für uns Designer im gleichen Maße gilt: Die Frage, was technisch möglich ist, ist unverzichtbar. Wir müssen den Stand der Forschung kennen und nach bestem Wissen ausschöpfen. Letztlich entscheidend ist aber die Frage, was für den Menschen gut ist. Hospize sind ein gutes Beispiel für ein menschlicheres Design unserer Lebensumstände. 

Der Verein Il Papavero – Der Mohn hat sich diesen Gedanken zu eigen gemacht und versucht mit großem Einsatz die Kenntnis und die Kultur von Palliative Care in Südtirol zu verbreiten. Wir wünschen uns, dass diese Ausstellung zu diesem Zweck beitragen kann und die Aufmerksamkeit für ein Thema erwecken möge, das uns alle betrifft.

%d bloggers like this: